Lisa Nett
Lisa Nett

Habt ihr euch schon mal gefragt, welchen Weg eure Zeitung, die morgens neben eurer Kaffeetasse und einem belegten Brötchen auf dem Küchentisch liegt, bereits zurück legt? Nein?
Um ehrlich zu sein – ich bisher auch nicht. Aber genau dazu hatten wir Azubis aus dem 1. Lehrjahr letzte Woche die Möglichkeit.

Wir gehen der Frage auf den Grund – Besuch beim „Volksfreund“

Dank einer Einladung des Trierischen Volksfreunds bekamen wir im Rahmen des „ZeiLe Projekts“, an welchem wir Azubis uns seit über einem halben Jahr beteiligen, einen exklusiven Einblick in die Entstehung und Entwicklung des Zeitungsdrucks und die allgemeine Atmosphäre des regionalen Verlagsgebäudes in Trier.
Herr Pazen, Redakteur beim „Trierischen Volksfreund“, nahm sich für uns am letzten Donnerstagabend Zeit, um uns jeden Schritt der Tageszeitung von ihrer Herstellung bis hin zu ihrer Auslieferung zu erläutern.

Schon bei der Ankunft gab es die erste Überraschung, denn auch unsere Azubi-Kollegen der Volksbank Trier waren zufällig zur selben Besichtigung des Volksfreundes eingeladen worden. Nach der Begrüßung und einem kurzen Austausch untereinander betraten wir die Eingangshalle des Verlagsgebäudes. Auf den ersten Blick etwas unspektakulär, aber dennoch einladend. Wir folgten Herrn Pazen durch einen schmalen Gang bis wir in einem Sitzungsraum Platz nahmen. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt und die ersten Cola und Sprudelflaschen wurden geöffnet. Nur an die belegten Brötchen traute sich vorerst keiner ran.

Werksbesichtigung – von Filmen, fleißigen Mitarbeitern und ratternden Maschinen

Nach einem kurzen Film zum Einstieg und einigen Informationen über den Trierischen Volksfreund und dessen Entstehung, begaben wir uns – natürlich gut gestärkt – zur Werksbesichtigung. Nach einigen historischen Ausstellungsstücken und Stories aus der damaligen Zeit, betraten wir die Redaktionsbüros. Wir staunten nicht schlecht, als wir dort noch um 21 Uhr auf zwei fleißige Mitarbeiter trafen, die gerade dabei waren, den letzten Artikel über die gerade erhaltene Schocknachricht des verstorbenen Popstars „Prince“ zu vollenden. Viel Zeit blieb ihnen nicht, denn laut Herr Pazen startete die erste Druckrunde schon wenige Minuten später.

Während der eine Mitarbeiter dem Artikel den letzten Schliff verpasste, berichtete uns der andere von dem hauseigenen Online Medium, auf welchem Tag und Nacht die neusten Geschehnisse aus aller Welt und auch der Region für jedermann veröffentlicht werden. Dabei konnten wir auf einem der Bildschirme die sekündliche Anzahl der Internetaufrufe sowie die begehrtesten Artikel begutachten. Auf die Frage, was besonders gut bei den Lesern ankommt, gab es eine klare Antwort: „Blaulicht und Hundebabys – das wirkt immer!“

Nachdem wir den Rundgang durch die Redaktion beendet hatten, begaben wir uns, pünktlich zu Druckbeginn, in die heiligen Hallen des Volksfreundes. Unser Weg führte uns vorbei an zahlreichen, brummenden Maschinen, riesigen Papierrollen und natürlich auch einigen Mitarbeitern. Der ein oder andere entpuppte sich zu unserem Erstaunen als Akteur des zu Beginn gezeigten Films. Besonders der Herr mit seinem gezwirbelten Schnurrbart blieb uns allen in Erinnerung!

Als die Maschinen an Lautstärke zunahmen, konnten wir beobachten, wie eine der vielen Papierrollen durch die erste Maschine gezogen wurde und sich im nächsten Schritt schon als farbiges und beschriftetes Papier den Weg durch die Halle bahnte.
Nur wenig später, konnten wir über unseren Köpfen, die fertig gedruckten und schon gefalteten Zeitungen, an einer Art Fließband, durch die Hallen ziehen sehen. Herr Pazen ließ sich nicht lumpen und erlaubte uns einen Blick von oben auf die Maschinen herab. Er erzählte uns, dass dort pro Stunde bis zu 42.500 Exemplare bedruckt werden. Dies sind pro Nacht rund 100.000 Zeitungen, welche in den frühen Morgenstunden ihre Kunden von Trier über Wittlich bis hinter Daun erreichen!

Nachdem wir wieder unten ankamen, bekam jeder von uns eine druckfrische Ausgabe des Trierischen Volksfreunds von „morgen“. Wie wir alle feststellten, hatten es die Redakteure rechtzeitig geschafft, den Artikel zu Popstar Prince fertigzustellen. Somit löste sich das große Fragezeichen „Wer oder was war überhaupt dieser Prince?“, bei fast allen in Luft auf.
Als dann alle übrigen Fragen beantwortet waren, ging’s kurz vor der Heimfahrt nochmal in den Aufenthaltsraum, um über die restlichen Brötchen und Getränke herzufallen.

Wer jetzt neugierig geworden ist und Genaueres über den täglichen Verbrauch von 300 Kilo Druckerfarbe, über 10 Rollen Papier mit jeweils 1,5 Tonnen Gewicht und pro Nacht bis zu 6000 gefahrenen Kilometern bei Auslieferung der Zeitung erfahren möchte, kann mir bei Fragen gerne einen Kommentar hinterlassen.
Falls ihr selbst mal den druckfrischen Zeitungsgeruch in der Nase haben wollt, könnt ihr euch auch gerne als interessierte Gruppe bzw. als Verein zu einem Besuch beim Trierischen Volksfreund per eMail betriebsbesichtigung@volksfreund.de anmelden!  Es lohnt sich!

 

http://www.volksfreund.de/