Elena Bersch
Elena Bersch

Früher oder später stellt sich für Schülerinnen und Schüler die Frage nach der beruflichen Orientierung. Wir als Bank überlegen uns deshalb: Wie können wir diesen Prozess unterstützen und dabei die Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch weitergeben?

Eine mögliche Antwort ist die Gründung einer Schülergenossenschaft. Hierbei geht es darum, im schulischen Rahmen praxisnah erfahrungsbasiertes Lernen zu ermöglichen und somit Solidarität, demokratisches Handeln und Selbstständigkeit zu fördern. Oder einfach gesagt: Eine Gruppe von Schülern gründet eine Schülerfirma in der Rechtsform einer Genossenschaft und lernt, solidarisch zu handeln und nachhaltig zu wirtschaften.

Genau dieses Projekt wurde im letzten Jahr in unserer Bank gestartet und ich hatte die Chance, bei dieser Premiere mitwirken zu dürfen. In meinem heutigen Beitrag erzähle ich euch, was im Vorfeld einer solchen Gründung organisiert und erarbeitet wird.

Zur Vorbereitung auf das Berufsleben bietet die IGS Salmtal mit ihrem Drei-Säulen-Modell den Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe unterschiedliche Wege an. Neben dem Praxistag und der sogenannten Akademie stellt die am 19.06.2015 gegründete Schülergenossenschaft „Salmtalente eSG“ die dritte Säule dar. Wir, die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG, stehen der IGS Salmtal dabei als Partnergenossenschaft und Kooperationspartner mit unserem Know-How zur Seite.

Lange bevor die ersten Produkte hergestellt oder verkauft werden, musste in der Gründungsphase das Fundament der Schülergenossenschaft gelegt werden. Aus diesem Grund fanden im Mai 2015 Auftaktworkshops statt, an denen insgesamt 40 motivierte Schülerinnen und Schüler mit dem Projekt vertraut gemacht wurden. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die angehenden Unternehmer bei diesen ersten Schritten zu begleiten.

In den Workshops entwickelten sie gemeinsam mehrere Bausteine, beispielsweise die Geschäftsidee, die in einem Geschäftsplan der Schülergenossenschaft weiter konkretisiert wurde. Darin steht, wie sich die Schülergenossenschaft wirtschaftlich ausrichtet und auch, wie diese Arbeit organisiert wird. Die Namensgebung und ein eigens entwickeltes Logo sind ebenfalls zentrale Themen, die zur Identifikation der Schüler mit ihrem Unternehmen beitragen. Die Satzung der Schülergenossenschaft, die mit Unterstützung der Partnergenossenschaft und des Genossenschaftsverbands RWGV erarbeitet wurden, dient als Grundlage für die Gründungsversammlung. Ebenso wurde die Gründungsveranstaltung in Bezug auf die offizielle Einladung der Gäste, der Tagesordnung, Catering und der Gästeliste von den Schülern, Lehrern und der Schulleitung vorbereitet.

Die ersten Schritte der Gründungsphase sind also gemacht. Jetzt fehlen nur noch die Gründungsveranstaltung und die Eintragung in das Schülergenossenschaftsregister in Düsseldorf. Dann kann die Produktion starten. Mehr dazu erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag!

Wie denkt ihr über die Gründung von Schülergenossenschaften als Vorbereitung auf das spätere Berufsleben? Habt ihr bereits Erfahrungen mit einem solchen Projekt gemacht? Wir sind gespannt und freuen uns auf eure Kommentare!