Fabian Hegner
Fabian Hegner

Wer bei Freunden oder Familie erzählt, dass er eine Ausbildung macht, muss sich im Regelfall damit abfinden, immer wieder mit den gleichen Fragen bombardiert zu werden – „Machst du denn auch was anderes außer Kaffee kochen?“ oder „Und fleißig Akten kopiert heute?“. Ich antworte darauf meistens etwas selbstironisch „Nein, heute hab ich mal wieder nur Goldbarren gestapelt“. Doch woher kommt dieses Klischee des Kaffee-kochenden Azubis?

Ich erinnere mich zurück, an mein erstes Praktikum in der neunten Klasse. Wie vermeintlich jeder Neuntklässler, wusste ich damals noch nicht allzu viel mit mir anzufangen, geschweige denn, was ich später einmal machen möchte. Die Entscheidung für einen Praktikumsplatz fiel dementsprechend schwer aus. Kurzerhand entscheid ich mich dann aber, ein Praktikum im Reisebüro zu machen, weil Reisen mag schließlich jeder dachte ich mir. Dass mein zweiwöchiges Praktikum dann aber wirklich nur aus den soeben genannten Klischees bestand, hätte ich vorher nicht gedacht. Gut – ich war damals zugegebenermaßen ein typischer Junge im pubertierenden Alter, den man vielleicht nicht unbedingt direkt auf Kunden loslassen wollte. Dass ich allerdings die meiste Zeit damit verbrachte, Löcher in die Luft zu starren, hatte ich nicht geahnt. So weit hergeholt sind die Aussagen über den Aufgabenbereich des Auszubilden also doch nicht – oder?

Im Falle der Bank-Ausbildung kann ich die Aussage definitiv verneinen. Denn was meine Ausbildung betrifft, stimmt keiner dieser Stereotypen wirklich. Klar, natürlich müssen ab und zu auch mal ein paar Akten und Unterlagen kopiert werden. Doch in der Hauptsache besteht die Ausbildung in der Bank aus vielen verschiedenen spannenden Bereichen, abwechslungsreicher Arbeit und der Verantwortung, die man in den verschiedenen Abteilungen anvertraut bekommt.

So durfte ich bereits schon nach knapp einer Woche, völlig selbständig die ersten Kunden am Bankschalter bedienen, Überweisungen ausführen, Daueraufträge anlegen und zahlreiche weitere Tätigkeiten erledigen. Auch im Laufe der Ausbildung hat sich hieran nichts verändert. Durch das ständige Wechseln innerhalb der verschiedenen Abteilungen, blieb man immer auf dem Laufenden und hat permanent neue Dinge gelernt. Der Unterschied zu meinem Kaffemaschine-entkalkenden und Parkplatz-kehrenden Praktikum im Reisebüro war dementsprechend riesig.

Ich hoffe euch hat mein kleiner Einblick in die Welt der Ausbildung gefallen und ihr hinterlasst uns einen Kommentar oder auch gerne ein Like auf unserer Facebook Seite!